Glücklich sein

 

Warum sollte ein Mensch etwas Gutes tun? Wer bestimmt das, was Gut und was Böse ist? Und was ist Glück? Will denn jeder glücklich sein? Das sind Fragen, auf die ich seit sehr langer Zeit nach Antworten suche. Wenn du auf meiner Blog-Seite bist, sind wohl diese Themen auch für dich interessant.

Glück

Betrachte ich Menschen um mich herum, dann könnte ich vermuten, dass sich jeder Mensch nach Glück sehnt. Hunderte von Bücherregalen sind voll mit Anleitungen, wie man glücklich wird. Bei meinem Versuch, den Suchbegriff zu googeln, habe ich etwa 3 Millionen Ergebnisse bekommen. Wir wollen also glücklich sein. Aber was ist eigentlich Glück? Und was hat es mit Gutes tun zu tun?
Die meisten Menschen, die ich gefragt habe, was Glück bedeute, haben behauptet, dass das Glück das „höchste Gut“, der eigentliche Zweck des Lebens sei. Ist das Glück also das Ziel eines jeden Menschen? Aber hat denn nicht jeder Mensch eine andere Vorstellung vom Glück? Jeder versucht doch auf seine eigene Art und Weise glücklich zu sein, jeder empfindet das Glück anders. Für einen ist Reichtum das „große Glück“, die anderen meinen wiederum, das genau Reichtum unglücklich macht. Einige empfehlen zu meditieren und jeden Tag Yoga zu machen. Es gibt auch Menschen, die das Besitzen von luxuriösen Schuhen, Uhren oder Taschen für das wahre Glück halten, selbst wenn sie die Sachen auf Kredit kaufen. Glück ist also eine sehr subjektive Sache.

Glück als ein einziger Augenblick

Da ich mich schon lange mit dem Thema Glück beschäftige, fiel mir der folgende Satz immer wieder auf: Ich bin gerade so (wunschlos) glücklich! Da frage ich mich: Warum gerade? Kannst du nicht immer glücklich sein? Diesbezüglich recherchierte ich auch im Internet und stöberte einige Bücher durch. Ist das Glück also was Vorübergehendes? Dauert es nur ein paar Minuten/Sekunden? Dann reden wir wohl nur über einen kurzen Moment, der vollkommen ist. Ich traf in diesem Zusammenhang immer wieder auf den Begriff das episodische Glück. Diesen Zustand könnte man als plötzliche Befriedigung aller unserer Gefühle und Neigungen verstehen. Ein gutes Beispiel dafür könnte ein Lottogewinn sein oder eine Eins in einer Klassenarbeit.

Glück als etwas Dauerhaftes

Andererseits hörte ich eine andere Aussage öfters: Ich führe/lebe ein glückliches Leben. Hier tritt Glück als etwas Dauerhaftes auf, das den Menschen sein ganzes Dasein begleitet. Damit meinen die Menschen ein gelungenes Leben im Allgemeinen und sprechen über dauerhaftes Glück mit Höhen und Tiefen. Bei solchen Menschen fällt mir auf, dass sie das Leben bewusst in die eigenen Hände übernehmen. Ich würde behaupten, sie gehen durch das Laben besonnen und nehmen volle Verantwortung für das eigene Glück. Es gibt auch Menschen, die das nicht tun und die Verantwortung für ihr Glück oder Pech bei den anderen sehen. Solche Menschen habe ich selten glücklich erlebt. Immer wenn ich sie traf, gab es Beschwerden über dies und jenes. Sie wollten die Welt verändern, aber niemals sich selbst. Glücklich werden wollten sie jedoch alle.

Glück und gute Taten

Auch ich vergesse sehr oft, dass Glück (episodisches oder dauerhaftes) unmittelbar mit Aktivitäten verbunden ist. Glück erfordert Taten! Ob man joggen geht, Schokolade isst oder nach langer Anstrengung eine Eins in einer Klausur bekommt – es gibt viele Möglichkeiten, wie man den Weg zu seinen ganz persönlichen glücklichen Momenten findet. Diese Augenblicke führen auch zum nachhaltigen, dauerhaften Glück.
Von Glück kann man sprechen, wenn das Leben in einem bestimmten Gleichgewicht geführt wird. Man hat einen interessanten Beruf, tolle Freunde, nette Familie und ein gutes Gewissen. Das Letztere kann man jedoch nur mit guten Taten gewinnen. Dauerhaftes Glück ist also zwangsweise mit der Moral eng verbunden. Wenn jemand eine Eins in einem Test nur durch erfolgreiches Schummeln bekommt, macht ihn diese Note weniger glücklich und weniger stolz, als wenn er sie durch ehrliches, fleißiges Lernen bekommen hätte. Auch wenn jemand zum Reichtum durch Verrat an seine Freunde kommt, gelangt er nicht zum dauerhaften Glück: sein Gewissen wird ihn quälen. Manchmal ist es gar nicht so einfach, richtig zu handeln. Ich denke jedoch, dass es wichtig ist, zumindest gute Absichten zu haben. Denn Gutes tun macht uns glücklich. Das behaupten auch viele Wissenschaftler, die einige Studien dazu durchführten. Es wird behauptet, dass Menschen egoistisch wären. Ich denke, das hängt stark von der Erziehung, sozialer Umgebung eines Menschen oder wirtschaftlichen Struktur des Landes ab. Hierzulande wurde uns jahrelang eine Geiz-ist-geil-Mentalität eingeprägt. Sind wir dadurch glücklicher geworden? Geizige Menschen, die ich kenne, sind meistens einsam und nicht sonderlich beliebt. Die Ego-Kultur wird uns täglich in verschiedensten Medien gepriesen, jeder möchte toller sein als der andere. Soziale Netzwerke beweisen, dass ich damit gar nicht so falsch liege: fast jeder Instagram-Account ist voll von lachenden Menschen, die das Glück auf dem Silbertablett präsentieren. Meistens sind das leider nur Bilder, die eine Illusion von großem Glück schaffen. Laut dem Namen sollten uns gerade SocialMedia zeigen, was es eigentlich heißt, sozial zu sein. „Sozial“ heißt nicht unbedingt, sich selbst zu präsentieren, sondern eher sich für die anderen zu interessieren und Einfühlsamkeit zu zeigen. Somit ist für mich der Begriff SocialMedia oder auch die deutsche Variante davon Soziale Netzwerke einfach eine falsche Wortwahl.

Empathie

Von Geburt an sind wir soziale Wesen: Wir suchen stets Menschen um uns herum, denen wir unsere Gefühle mitteilen wollen. Die Gefühle der anderen Menschen interessieren uns ebenfalls. Diese Eigenschaft nennen wir Empathie, die Fähigkeit, die Gefühle der anderen nachzuempfinden. Im Laufe der sozialen Reifung kann jedoch diese Fähigkeit verloren gehen oder im Gegenteil – noch mehr wachsen. Wir Menschen haben einen so genannten moralischen Instinkt, der uns hilft, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Diese innere Stimme begleitet uns unser Leben lang. Tun wir Böses, meldet sich unser Gewissen. Tun wir Gutes, fühlen wir uns besser. Wir fühlen uns glücklicher! Ich kann es nur bestätigen. Kannst du es auch? Mich würde sehr interessieren, was Glück für dich bedeutet? Wie erlebst du deine glücklichen Momente? Führst du ein glückliches Leben? Schreibe mir gerne oder hinterlasse dein Kommentar.